Schützenhaus

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Zeitreise

In all den Jahren seit der Wiedergründung des Vereins im Jahre 1949 und insbesondere nachdem das Gelände auf der ehemaligen Zeche Preußen I in Gahmen der Zeche zurückgeben werden mussten, waren wir von dem Willen besessen, Eigentümer eines eigenen Schützenplatzes in zentraler Lage zu werden. Als Fernziel schwebte uns der Bau einer Schützenhalle vor Augen. Das war ein schöner, aber ein kaum realisierbarer Traum. Woher das Geld beschaffen und vor allem, wo gab es ein geeignetes Gelände?

Der Wunsch wurde von Zeltfest zu Zeltfest größer. Wenn man sich einmal vor Augen hält, auf welchen Plätzen wir seit Bestehen des Vereins unsere Zeltfeste, sprich Schützenfeste, durchgeführt haben, dann kann jeder das Begehren verstehen. 1929 im Saal Meierling. Die Scharnhorststraße (1935) musste zum Teil der Erweiterung des Preußen-Hafens weichen. Die Freiflächen an der Alsenstraße und Bebelstraße (1938, 1954 und 1955) und die an der Sedanstraße (1958, 1960, 1964 und 1966) fielen durch die Errichtung von Siedlungen, öffentlichen Spielplätzen, Altenkrankenheim der evangelischen Kirche und der Neuapostolischen Kirche aus. Die Verlegung des Schützenfestes 1962 auf den Sportplatz des früheren Fußballvereins Blau Weiß Derne zwischen der Gaststätte Schulte-Derne und dem Südpark brachte nicht den erhofften Erfolg.

Von 1968 bis 1980 stellte uns die Stadt Lünen freundlicherweise den Marktplatz in Lünen Süd für die Zeltfeste zur Verfügung. Im Herbst 1980 die einmalige Möglichkeit, das Gelände zwischen dem Datteln-Hamm-Kanal und der Sedanstraße in einer Größe von ca. 10 000 m2 käuflich zu erwerben. In der  Jahreshauptversammlung. am 29. März 1981 wurde  einstimmig der Kauf und die Herrichtung des Schützenplatzes beschlossen. Auf Grund der desaströsen Eröffnungsfeier am 30. – 01.05.1982 stocke der Plan ein Schützenhaus auf dem Platz zu erreichten. Nichts desto trotz begann ein Bauausschuss mit der Planung.

Die Stadt möchte das Projekt Wohnen am Wasser rund um den Preußenhafen in Eigenregie gestalten. Dazu benötigte sie den Schützenplatz in voller Größe. In einer Pressenotiz vom 26.02.92 (Ruhr Nachrichten) heißt es wörtlich:

„Der Schützenverein Lünen-Süd wird auf seinen Plan, auf dem Schützenplatz an der Bebelstrasse am Kanal eine Halle zu errichten, wohl begraben können. Wie Stadtplanerin Beate Schürmann gestern im Ausschuss für Arbeitsmarkt und Wirtschaftsförderung mitteilte, favorisiert die Stadt dort das Projekt „Wohnen am Wasser“, das jetzt besondere Aktualität und Priorität im Zusammenhang mit der Landesgartenschau erlangt habe.“

Die Planungen unseres Bauausschusses liefen unterdessen weiter. Unsere Bauvoranfrage vom 26.11.1991 lag der Stadt vor. Durch das vertraglich vereinbarte, uneingeschränkte Wegerecht auf der Privatstrasse zur Umspannungsanlage der VEW Energie AG sicherten wir uns die Möglichkeit einer weiteren Bebauung und einer eventuellen Veräußerung eines Teilstückes des Platzes.

Am 31. Januar 1994 führten wir mit dem Bauverein Lünen eG diesbezügliche Gespräche und ließen ein Bodengutachten für den Platz erstellen, das am 12.04.1994 einging. Keine Beanstandungen.

Nach mehreren vorbereitenden Gesprächen mit den zuständigen Herren Scharlau und Deuter vom Bauverein zu Lünen eG werden dem Vereinsvorstand am 20. November 1996 die Baupläne des Vereins und des Bauvereins vorgestellt. Im Anschluß daran beschloß der Vorstand einstimmig, für den 8. Dezember 1996 eine außerordentliche Mitgliederversammlung einzuberufen. Die Herren Scharlau und Deuter wurden als Gäste und Referenten eingeladen. Die 111 anwesenden Vereinsmitglieder votierten bei einer Gegenstimme für den Verkauf von ca. 2.500 m2 an den Bauverein zu Lünen eG und den gleichzeitigen Bau einer 350 m2 großen Halle. Der Kaufvertrag wurde daraufhin vom Vorstand gemäß §26 BGB am 23.12.1996 unterzeichnet

Am 16. März 1997 beschließt die Mitgliederversammlung nach mehreren Verbesserungsvorschlägen das Schützenhaus auf 500 m2 zu vergrößern und eine 120 m2 große überdachte Terrasse anzulegen.

Am 20. März 1997 wird der Bauantrag der Stadt zugestellt, die ihn am 03.06.1997 mit der postalischen Anschrift Sedanstrasse 4 genehmigt. Am 12. Oktober 1997 fand die Grundsteinlegung statt.

Aussenansicht aus Richtung Westen

Im Oktober 1998 ging endlich ein seit vielen Jahren herbeigesehnter Wunsch in Erfüllung. Das Traumziel ist erreicht, das Schützenhaus ist fertiggestellt. Die Stadt Lünen erteilt die Gebrauchsgenehmigung. Der Vorstand bestimmt für die feierliche Einweihung und Schlüsselübergabe den Frühlingsanfang 1999, den 21. März. Im festlich geschmückten Innenraum begrüßte Vereinspräsident Walter Sögemeier die erschienenen Gäste. Er nahm die Gelegenheit wahr, all denen, die durch Spenden oder aktive Mitarbeit zum Erfolg beigetragen haben, herzlich zu danken. Er bedankte sich auch bei den Behörden, die durch staatliche Zuschüsse die finanzielle Grundlage für den Bau geschaffen haben. Ein Dank galt nicht zuletzt dem Bauverein Lünen e. V. für das einvernehmliche Zusammenwirken. Alle zusammen haben es möglich gemacht, daß der Stadtteil Lünen Süd um ein attraktives Gebäude reicher geworden ist und der Schützenverein der Vereinsjugend, den Sportschützen und den Mitgliedern insgesamt Räumlichkeiten für ihre spezifischen Aufgaben zur Verfügung stellen kann.

Die Festrede hielt der Ehrenpräsident Herbert Vodisek. Er stellte seine Ausführungen unter einen Vers aus „Das Lied von der Glocke“ von Friedrich von Schiller:

„Arbeit ist des Bürgers Zierde,
Segen ist der Mühe Preis
Ehrt den König seine Würde,
Ehret uns der Hände Fleiß „

Nachdem er einen gerafften Bogen vom ersten Gedanken an ein eigenes Schützenhaus bis heute gespannt hatte, übergab er dem Präsidenten Walter Sögemeier den wunderschönen und zweckmäßigen Bau. Er wählte die Worte:

Das Schützenwesen prägen Eigenschaften wie Bürgersinn, Zusammengehörigkeits- und Traditionsbewusstsein. Dazu gesellen sich eine Portion Disziplin und das Ziel, auf sportlichem Wege Leistungen zu erzielen. Möge stets Eintracht, Schützengeist, sportlicher Ehrgeiz von dieser Sportstätte Besitz ergreifen. Ich fordere meine Schützenschwestern und Schützenbrüder auf, mit den unmittelbaren Nachbarn friedvoll und rücksichtsvoll zusammenzuleben. Die Jugend ermahne ich mit Johann Wolfgang von Goethe:

“Was Du ererbt von Deinen Vätern Du hast, erwirb es, um es zu besitzen”

Getreu dieser Mahnung gelang es dem Vorstand die finanziellen Belastungen in Grenzen zu halten und die Hypothek bis zum 31.12.2005 zu tilgen.

Das Schützenhaus wurde zum Mittelpunkt des sportlichen und geselligen Geschehens im Schützenverein. Die 12 Schießstände haben dazu beigetragen, dass der Schießsport im Vereinsleben nicht zu kurz kommt. Mittlerweile trainieren alle Kompanien sowie die Jugendabteilung, Sportschützen und Damenschießgruppe im Schützenhaus.

Seit der Einweihung sind mittlerweile einige Jahre ins Land gegangen und einige Renovierungsarbeiten bzw. Erneuerungen haben stattgefunden.

Ende 2011 wurde die Theke aus der Gaststätte „Sandmeier am Markt“ übernommen und im Schützenhaus neu aufgebaut. Die Federführung lag beim Schützenbrüder Jürgen Krause. Gleichzeitig wurden die Wände neu gestaltet.

2014_Theke_neu
Theke aus Gaststätte „Sandmeier am Markt“

Die 12 Schießtände wurden Ende September 2014 von unzähligen Leuchtstoffröhren auf 12 LED-Fluter umgerüstet. Unser Dank gilt den Schützenbrüder Gerd Langkowski, Karlheinz Kallenbach und Carsten Hausmann. In Summe waren ca. 30 Stunden inkl. der Vorarbeit von Carsten (ca. 15 Std.) notwendig um den Energiebedarf von ca. 1.000 Watt auf nur noch 120 Watt zu reduzieren. Die alte Beleuchtungsstärke wird sogar noch übertroffen und die geforderten 1.000 Lux sind mit den LED-Flutern kein Problem. Auch die neue LED-Beleuchtung der Theke hat neben dem optischen auch einen Einspareffekt. Hier wurden die neun alten Halogenstrahler (9 x 50 Watt) durch GX53 LED (5,5 Watt) ersetzt und die Beleuchtung um einen zusätzlichen Strahler in der Glasvitrine erweitert.

2014_LED-Umbau
LED-Fluter zur Beleuchtung der Scheiben Schießstand

Im April 2015 erfolgte der Umbau der Beleuchtung im Eingangsbereich von Halogen auf GX53 LED. Weiter ging es mit einem Seilsystem an den Wänden um uns die Dekoration zu erleichern.

Der Bauantrag zur einmaligen Nutzungsänderung für das Schützenfest 2016 brachte die Auflage einer Notbeleuchtung mit sich. In der Hoffnung diese nie gebrauchen zu müssen,  haben wir kurzentschlossen die Notbeleuchtung (ebenfalls LED-Technik) für den Innenraum gekauft und festinstalliert.

Vergleich LED-Tubes vs Leuchstoffröhren (4000k entspricht dem Typ 840)

Direkt Anfang 2018 setzten wir den Umbau der Beleuchtung auf LED fort und tauschen alle Leuchtstoffröhren gegen sogenannte LED-Tubes aus. In Summe wurden in 2018 ca. 44 LED-Tubes verbaut und die Leistung aller 90 Lampen im und am Schützenhaus wurde zw. 2014 und 2018 von ca. 4,6 kW auf 1,2 kW reduziert. Nicht zu vergessen ist, dass wir seit Beginn der Umbaumassnahme in 2014 bisher kein Leuchtmittel tauschen müssen. D.h. der Wartungsaufwand hat sich für uns ebenfalls wesentlich reduziert. Wir hoffen, dass dieser Effekt bei den neuen LED-Tubes ebenfalls eintritt.

360° Panoramafoto (Aufbau zu einem Hubertusfest)