Über uns

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Der Schützenverein Lünen-Süd besteht zurzeit aus aus einem Bataillon mit fünf Kompanien sowie einem Zug und dem Spielmannszug, die den Kompanien gleichgestellt sind. Des Weiteren gibt es eine Jugendabteilung, die Sportschützen und die Damenschießgruppe.

Links zu den Gliederungen des Vereins:

Kaiser- und Königpaare
Vorstand
JugendSportschützen
1. Kompanie2./8. Kompanie
1. Zug5. Kompanie
Spielmannszug
Damenschießgruppe

 

Auszug aus der Chronik

(erstellt zum 75-jährigen Jubiläum von Herbert Vodisek, Ehrenpräsident, verstorben 2014)

Zur Gründung am 8. Oktober 1925:

… Wir sind der Zusammenschluß von echten Schützenbrüdern und Schützenschwestern aus allen Volksschichten. Die Palette reicht vom Arbeitgeber und dem Angestellten, dem Beamten, dem Selbständigen bis hin zum Akademiker. Berufliche, wirtschaftliche, finanzielle, religiöse, politische, militärische, weltanschauliche Tendenzen haben in unserem Verein keinen Platz. Egoisten und Griesgrame können nicht aufgenommen werden und haben auch zu unseren Veranstaltungen keinen Zutritt Bei uns gibt es kein „Ich“, sondern nur ein „Wir“. Wer zu uns kommt, muß sich darüber im Klaren sein, daß seine Mitgliedschaft Opfer an Zeit und Geld erfordert; Würden und Posten bringen Bürden und Kosten. Er muß ein Pfundskerl und Idealist sein. Treu der deutschen Schützentradition will der Schützenverein 1925 Lünen-Süd und Umgebung e. V. eine Stätte der Pflege des Schießsports, des Volkstums, des Brauchtums, der Geselligkeit, des Frohsinns und des Scherzes sein.

Warum wurde der Schützenverein 1925 Lünen-Süd und Umgebung e.V. – im folgenden Verein genannt – erst im Jahre 1925 gegründet, obwohl in Niederaden bereits seit 1860, in Brambauer seit 1894, in Wethmar seit 1900, in Nordlünen/Alstedde seit 1834 und in der Stadtmitte seit 1332 Schützenvereine bestanden?

Die Frage ist ebenso berechtigt, wie leicht beantwortet Die Notwendigkeit zur Gründung eines weiteren Schützenvereins auf verhältnismäßig engem Raum und dessen Uberlebenschance ist engverbunden mit der industriellen und bevölkerungspolitschen Entwicklung des südlichen Teils unserer Heimatstadt Lünen.

Um die Jahrhundertwende war die Gegend, die das Stammgebiet des Vereins umfaßt, eine mehr oder weniger öde Wald- und Heidelandschaft, in der nur wenige Häuser standen. Ob es sich um eine echte „Heide“ handelte, ist mit letzter Sicherheit nicht nachvollziehbar.

Eine grundlegende Veränderung erfuhr das Gebiet mit der Abteufung und Inbetriebnahme der Zechen Preußen I in Gahmen, Preußen II in Horstmar und Gneisenau in Dortmund-Derne. Um ihren Aufgaben gerecht zu werden, benötigten die Zechen eine große Anzahl von Arbeitskräften. Diese strömten nach und nach aus deutschen und außerdeutschen Gebieten herbei. Die Einwohnerzahl und mit ihr der Wohnraumbedarf stiegen zusehend.

Mit der Inbetriebnahme der Zechen und der Fertigstellung von Wohnhäusern erlebte der südliche Stadtteil einen ungeahnten Aufschwung. Wie auch anderweitig sehnte sich die Bevölkerung nach einem Gegengewicht zur beruflichen Tätigkeit. Es kam zur Gründung von Vereinen, die dem Sport, dem Gesang, dem Theaterspielen und vielen anderen Interessen dienten.

Die einzelnen Landsmannschaften bildeten eigene gesellschaftliche Gruppierungen; so entstanden z.B. Schlesiervereine, Ost- und Westpreußen-vereine, Österreichisch- Ungarische Knappenunterstützungsvereine etc.

Der 1. Weltkrieg von 1914 – 1918 stoppte erst einmal weitere Vereinsgründungen. Nach Beendigung des schrecklichen Krieges stand der Bevölkerung nicht sofort der Sinn nach neuen Vereinen.

Erst im Jahre 1925 schlug die Geburtsstunde des Schützenvereins. An einem Herbsttag im September saßen die Herren von Hasseln, Stüvermann und Gerling in der Gerling’schen Gaststätte in gemütlicher Runde beim Glas Bier. Die Unterhaltung ging hin und her. Unter Hinweis auf die vielen Vereinstafeln an den Wänden der Gaststätte stellten die Anwesenden fest, daß in der Reihe noch ein Verein fehlt, nämlich ein Schützenverein, der auch in Lünen-Süd bestehen könnte. Man verständigte sich darauf, daß Stüvermann die notwendigen Schritte unternehmen sollte, die für eine Vereinsgründung erforderlich sind: Einberufen einer Gründerversammlung, Auslegen von Einzeichnungslisten und Werbung in der örtlichen Presse. Stüvermann sollte dann in der Gründerversammlung für den Posten des Schriftführers und von Hasseln für den Vereinsvorsitz kandidieren. Nachdem sich bereits nach kurzer Zeit 41 Interessenten in die Einzeichnungslisten eingetragen hatten, fand am 08. Oktober 1925 die Gründungsversammlung in der Gaststätte Hagedorn statt …

1. Vorsitzender Heinrich von Hasseln

Im Jahre 1926 wurde die erste Satzung ausgearbeitet und einstimmig beschlossen. Im gleichen Jahr dichtete Schützenbruder – im folgenden SB genannt – Bernhard Stüvermann das Vereinslied „Zu Lünen-Süd o Seligkeit“, das noch heute am Ausgang des Jahrhunderts und Jahrtausends am Ende einer Mitgliederversammlung mit Begeisterung gesungen wird. Ebenfalls 1926 feierten die Mitglieder mit ihren Frauen, Freunden und Bekannten das erste vereinsinterne Herbstkränzchen. Im gleichen Jahr traf den Verein ein herber Verlust. Der 1. Vorsitzende Heinrich von Hasseln wurde im besten Mannesalter vom Tode ereilt. Die Nachfolge als Vereinsvorsitzender übernahm SB Bernhard Stüvermann.

 

 

Anmerkung: Nach drei Schützenfesten mit den Vogelschießen am 11. Juli 1929 mit dem 1. Königspaar Josef I. Heitkamp und Meta I. Cornelsen, 7. Juli 1935 mit dem 2. Königspaar Heinrich I. Walbaum und Elisabeth I. Weistropp und am 22. Juli 1938 mit dem 3. Königspaar Paul l. Wolkenar und Marie I. Schulte unterlag der Verein, wie viele andere auch, im 3. Reich den Wirren des 2. Weltkrieges sowie einem Vereinsverbot.

 

Zur Wiedergründung am 1. Oktober 1949:

In Lünen-Süd war es der ehemalige SB Otto Götz, der sich mit seinem Freund Lorenz Hüneke mit dem Ziel in Verbindung setzte, den lockeren Zusammenschluss ehemaliger Schützenbrüder in die Tat umzusetzen, weil an eine Wiedergründung des Vereins zum Zeitpunkt nicht gedacht werden konnte. … Der plötzliche Tod von Otto Götz ließ vorübergehend alle Überlegungen ruhen, Lorenz Hüneke berichtete später im Rückblick auf diese Zeit, dass, wo immer er mit ehemaligen Schützenbrüdern zusammentraf, das aktuelle Thema „Schützenverein“ hieß. Nachdem Stammtisch und Kegelclub als Lösung vom Tisch waren, gelangte Lorenz Hüneke zu der Überzeugung, dass in Richtung Wiedergründung des Schützenvereins nicht gekleckert, sondern geklotzt werden muss. Er erkundigte sich bei der örtlichen Polizei, ob für die Einberufung eines größeren Kreises von Interessenten eine behördliche Genehmigung notwendig ist Die Polizei ließ ihn wissen, dass der Schützenverein Lünen-Süd im Vereinsregister beim Amtsgericht Lünen nicht gelöscht ist, er ruht nur. Deshalb darf jeder Zeit eine Versammlung einberufen werden.

Er setzte sich daraufhin mit Wilhelm Horstkorte, August Aulemeyer und Heinrich Wittenbreder in Verbindung. Alle waren begeistert Heinrich Wittenbreder erklärte sich spontan bereit, die Einladungen zur Versammlung an die früheren Mitglieder zu verteilen. Die Versammlung wurde auf den 08. August 1949 terminiert Es erschienen immerhin 14 Ehemalige. Darunter waren aus der Süggel August Meermann, Heinrich Walbaum jun. und Richard Kampmann gekommen. Einer der Teilnehmer hatte zwischenzeitlich in Erfahrung gebracht, dass der frühere Dortmunder Schützenbund unter dem Namen „Dortmunder Nördlicher Bürgerverein“ wieder an die Öffentlichkeit getreten ist und sogar ein öffentliches Fest veranstaltet hat. Man beschloß spontan, sich mit den Dortmundern in Verbindung zu setzten und zu eruieren, ob das auf Lünen-Süd umsetzbar ist. Lorenz Hüneke erklärte sich bereit, die nötigen Schritte zu unternehmen. Bereits am 18. August 1949 fuhr er nach Dortmund. Dort suchte er das Vorstandsmitglied Heinrich Eckervogt auf. Dieser verwies ihn an den Rechtsanwalt und Notar Dr. Buschmann in Dortmund. Dr. Buschmann schlug Lorenz Hüneke folgende Verfahrensweise vor:

1. baldmöglichst eine Versammlung einzuberufen, 2. einen Vereinsvorstand zu wählen und 3. eine Satzung aufzustellen. Als Vorlage sollte die Satzung des Nördlichen Dortmunder Schützenbundes dienen.

Die Versammlung (zur Wiedergründung) wurde auf den 1. Oktober 1949 terminiert. Die Anwesenden wählten per Akklamation folgenden Vorstand:

1. Vorsitzender Lorenz Hüneke